AuDHD verstehen (Autismus + ADHS)
Wenn zwei Neurotypen gleichzeitig wirken
Manche Kinder wirken im Alltag widersprüchlich:
Sie brauchen Struktur – und lehnen sie gleichzeitig ab
Sie wollen etwas tun – schaffen es aber nicht anzufangen
Sie reagieren stark auf Reize – suchen aber gleichzeitig Stimulation
Für viele Eltern fühlt sich das verwirrend an.
👉 Eine mögliche Erklärung dafür ist AuDHD.
Was ist AuDHD?
AuDHD beschreibt das gleichzeitige Vorhandensein von:
Es handelt sich nicht um eine eigene Diagnose, sondern um eine Kombination aus zwei neurodivergenten Profilen.
Diese Kombination kommt häufiger vor, als lange angenommen wurde.
Wie häufig ist AuDHD?
Studien zeigen:
👉 Ein großer Teil autistischer Kinder zeigt auch ADHS-Merkmale
👉 und umgekehrt
Schätzungen gehen davon aus, dass:
etwa 30–50 % der autistischen Kinder auch ADHS haben
Warum sich AuDHD oft widersprüchlich anfühlt
Autismus und ADHS bringen unterschiedliche Bedürfnisse mit:
Autismus
Struktur
Vorhersehbarkeit
Sicherheit
Reizreduktion
ADHS
Abwechslung
neue Reize
Bewegung
spontane Impulse
👉 Diese Gegensätze können im Alltag gleichzeitig auftreten.
Das führt oft zu innerer Spannung.
Typische Anzeichen für AuDHD
Kinder mit AuDHD können zum Beispiel:
Struktur brauchen und sich gleichzeitig dagegen wehren
große Schwierigkeiten beim Aufgabenstart haben
extrem fokussiert sein (Hyperfokus) – und gleichzeitig sehr ablenkbar
stark auf Reize reagieren – aber auch Reize suchen
intensive Emotionen erleben
schnell überfordert sein
AuDHD im Alltag
Im Alltag zeigt sich AuDHD oft besonders in:
Übergängen
Anforderungen
neuen Situationen
sozialen Interaktionen
Viele Kinder wirken:
👉 gleichzeitig sehr leistungsfähig und stark belastet
Verbindung zu PDA
Bei manchen Kindern mit AuDHD zeigt sich zusätzlich ein PDA-Profil.
Das bedeutet:
Anforderungen lösen starken Stress aus
Kontrolle von außen wird als Bedrohung erlebt
👉 Dadurch können sich Schwierigkeiten im Alltag weiter verstärken.
Warum AuDHD oft spät erkannt wird
Viele Symptome überschneiden sich:
Konzentrationsprobleme
emotionale Reaktionen
Schwierigkeiten im Alltag
Deshalb wird oft zunächst nur:
Autismus
oder
ADHS
diagnostiziert.
Die Kombination wird erst später erkannt.
Was Kindern mit AuDHD helfen kann
Wichtig ist eine Mischung aus:
Struktur und Flexibilität
Reizreduktion und Bewegung
Verständnis statt Druck
klarer, aber angepasster Kommunikation
Hilfreich sind zum Beispiel:
visuelle Strukturen
kleine Schritte
Body Doubling
Pausen und Rückzugsmöglichkeiten
👉 Es geht darum, beide Bedürfnisse gleichzeitig mitzudenken.
Fazit
AuDHD beschreibt die Kombination aus Autismus und ADHS.
Diese Mischung kann sich im Alltag widersprüchlich anfühlen – ist aber für viele Kinder Realität.
👉 Nicht das Verhalten ist widersprüchlich – sondern die Anforderungen an das Nervensystem.
Mit dem richtigen Verständnis können Eltern ihr Kind besser begleiten und entlasten.
